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Nach vier bis fünf Jahren Planungs- und Bauzeit wurde am Freitag, dem 13.September 2014 der Carlsbahntunnel als neue touristische Attraktion im unteren Diemeltal feierlich eröffnet. Die Renovierungskosten betrugen etwa eine halbe Million €. Vizelandrätin Susanne Selbert erläuterte die Projektgeschichte. Danach wurde feierlich das rote Band durchschnitten. Der Landkreis Kassel hat das Bauwerk für 25 Jahre von Hessenforst mietfrei gepachtet. Dafür übernimmt der Kreis die Verkehrssicherungspflicht und die laufende Instandhaltung.

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Laut HNA-Bericht vom 13. September setzte sich die Projektfinanzierung wie folgt zusammen: 125.000 € Denkmalschutzmittel des Landes Hessen, 125.000 € aus Geldern des Bundes für den Denkmalschutz, 133.000 € EU-Leader-Förderung für den ländlichen Raum, 50.000 € Spendengelder der deutschen Stiftung Denkmalschutz und 60.000 € Eigenmittel des Landkreises Kassel.

Von Süden führt nun ein Waldtreppenweg mit Fahrradschiebepfad zum imposanten Südportal. Die südliche Bahntrasse im FFH-Gebiet konnte aus Naturschutzgründen nicht mit ausgebaut werden. Deshalb der neue Treppenweg im Hang.

Als Radfahrer spart man immerhin 600 m Wegstrecke ein. Was aber wichtiger ist: Der steile Hanghügel am Nordportal kann nun so umgangen werden. Diese Steigung misst rund 30 Höhenmeter ab der Spitzkehre nahe der Diemel. Nach stärkerem Regen war der steilere Schotterweg zurück zum Bahnradweg hier öfter ausgespült. Es bestand dann hier vor allem für ungeübtere RadlerInnen zum Teil Sturzgefahr. Nun müssen nur noch 10 bis maximal 15 Höhenmeter über den schon 2013 eröffneten Treppenweg mit Fahrradschiebepfad zurückgelegt werden.

Der 1848 erbaute Tunnel selbst ist mit 6,05 m Höhe übrigens rund einen Meter Höher als vergleichbare Bahntunnel. Grund war der hohe Schornstein der Lokomotive "Drachen" von Henschel. Der einzige Tunnelbau auf der Carlsbahn von Hümme nach Bad Karlshafen hatte wohl auch die Funktion eines Prestigeprojekts. Es ging mit diesem Tunnel damals auch darum zu zeigen, zu was man ingenieurs- und bautechnisch in der Lage war. Man hätte die Bahn auch einfach etwa auf halber Höhe um den kleinen Bergsporn herum führen können. Eine weiter Möglichkeit wäre gewesen, den Berg auch komplett zu einem größeren Einschnitt abzutragen. Das Bauwerk besitzt heute so jedenfalls eine recht geringe Überdeckung.

Im Tunnel selbst findet sich eine Beleuchtung mit Bewegungsmeldern, die Richtung Boden strahlt, damit evtl. Fledermäuse im Deckenbereich weniger gestört werden. Für diese Beleuchtung musste eine 1,7 km lange Zuleitung von nächsten Netzanschlusspunkt verlegt werden. Zwischen 1. November und 31. März ist der Tunnel zum Schutz der Fledermäuse nicht geöffnet. Aufgrund des Luftzugs im Tunnel, der auch bei der Eröffnung machen Teilnehmer frösteln ließ, überwinterten in der Vergangenheit aber recht wenig Fledermäuse im Bauwerk. Grund für diesen Lutfzug ist die Nord-Süd-Ausrichtung des Tunnels im Diemeltal, der eine Schleife des Flusses abkürzt. Aufgrund der Krümmung wirkt das 202 m lange Bauwerk länger als es tatsächlich ist. Vom Nordportal führt ein Schotterweg dann direkt eben auf den vorhandenen Bahntrassenradweg Richtung Wülmersen/ Bad Karlshafen.

Der ADFC Kassel Stadt und Land e. V. dankt allen Projektbeteiligten aus Politik und Verwaltung, die an der Tunnelöffnung mitgewirkt haben. Ein besonderer Dank geht an die Bürgeriniative „Carlsbahntunnel für alle“ um Herrn Dworak aus Wülmersen, Herrn Seydler aus Deisel sowie Herrn Bohse aus Immenhausen.

Text und Bilder

© Dirk Schmidt, ADFC Kassel – vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung

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