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Radfahrergruppe macht Pause an der Trasse der ehemaligen Werksbahn

Trotz der durchwachsenen Wetterprognose und eines Regenschauers zur Frühstückszeit fanden sich am Sonntag (7. August, um 10.00 Uhr) insgesamt 13 Radfahrer/-innen am Naturlehrgebiet in Treysa ein, um auf weniger bekannten Wegen den Spuren des sogenannten niederhessischen Braunkohlebergbaus zu folgen. Der jüngste Teilnehmer war 10 Jahre, der älteste schon über 70 Jahre alt.

Das erste Teilstück der Tour folgte dem Schwalm-Radweg, führte durch das Rückhaltebecken und über die Kanonenbahn hinweg Richtung Rörshain. Am Anstieg im Wald hinter der Zeigerichsmühle gab es den ersten und einzigen Ausfall: Ein Teilnehmer musste sich mit dem Auto zurückholen lassen, da an seinem Rad das Schaltwerk verdreht und die Kette gerissen waren. Auf idyllischen Waldwegen folgten die Radler dem Höhenrücken, der sich in nordöstlicher Richtung bis zum Sendberg hinzieht. Nach einer „gefühlten“ 2/3-Umrundung des Sendbergs auf dessen nördlicher Seite ging es rasant nach Frielendorf hinunter. Von dort war es nicht mehr weit zum Silbersee, wo die Mittagspause verbracht wurde. Zwar konnte sich niemand für das angedachte Schwimmen erwärmen; dafür tummelten sich die Jugendlichen fast über die gesamte Pausenzeit bis zu den Knien im Wasser stehend. Der Silbersee war die erste Station auf den Spuren der Braunkohle. Er entstand nach der Rekultivierung des einstigen Tagebaus. Das basaltische Deckgebirge hatte man abtragen müssen, um an die Braunkohle zu kommen. Die dadurch entstandenen, und inzwischen rekultivierten Halden werden heute für eine Ferienhaussiedlung, eine Sommerrodelbahn, einen Mountain-Bike-Parcours und als Revier für Spaziergänger genutzt.

Nach der ausgiebigen Pause lenkten die Radler ihre Fahrräder nach Verna und von dort in nordwestlicher Richtung, einen bewaldeten Höhenrücken querend, nach Stolzenbach. An der Gedenkstätte für die 51 Todesopfer des Grubenunglücks vom 1. Juni 1988 wurde eine kurze Rast eingelegt. In Stolzenbach wurde – wie nur an wenigen anderen Orten sonst in Deutschland – die Braunkohle  u n t e r  Tage abgebaut. Das Unglück, das zur Schließung des Bergbaus führte, war durch eine Kohlenstaubexplosion ausgelöst worden. Bei inzwischen perfektem Radelwetter – nur der permanente Gegenwind trübte den Spaß ein wenig – ging es dann weiter. Die Tour folgte im Prinzip der Trasse der ehemaligen Werksbahn, die die Kohle ins Kraftwerk nach Borken beförderte. Bei Haarhausen bog die Gruppe ab, um sich in Richtung Zimmersrode auf den Rückweg zu machen. Am dortigen ehemaligen Braunkohletagebau, der sich inzwischen zur Hälfte mit Regenwasser gefüllt hat und an dessen westlichem Rand ein Wohngebiet entstanden ist, wurde lediglich ein kurzer Fotostopp eingelegt. Die Tour führte im weiteren Verlauf nach Bischhausen, von wo die Gruppe den Schwalm-Radweg in Richtung Quelle nahm. Bedingt durch die Baustelle in Schlierbach konnte dieses Mal auf die zusätzlichen Höhenmeter Richtung Allendorf „verzichtet“ werden und auf der praktisch autofreien Landesstraße im Tal der Schwalm geradelt werden. Negativ fiel auf, dass in Schlierbach keinerlei Umleitung für Radfahrer ausgeschildert ist. Wer der offiziellen Ausschilderung folgt, landet vielmehr inmitten von Baumaschinen und Baumaterial, und scheitert an Absperrungen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Radtouristen, auf Grund der guten überregionalen Werbung für den Schwalm-Radweg, von außerhalb kommen und daher nicht über Ortskenntnisse verfügen.

Am Wiesenhof bei Allendorf an der Landsburg, wo sich R4 und Schwalm-Radweg verzweigen, verabschiedete sich die Gruppe von den Teilnehmern aus Neukirchen. Die verbliebenen Radfahrer folgten dem Schwalm-Radweg bis Rommershausen, nahmen dann aber die Abkürzung über die „Windmühle“, um schließlich vom Ausgangspunkt der Tour nach Hause zu radeln. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es eine gelungene und lehrreiche Radtour war und äußerten den Wunsch, bald wieder bei einer ähnlichen geführten Tour durch die Region mitfahren zu können.

 

 

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