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In drei Tagen mit dem Fahrrad von Treysa zum Edersee, einmal herum und wieder zurück – eine 170 km lange gemütliche Gruppentour für geübte Radler*innen und Pedelecfahrer*innen fand am letzten Juni-Wochenende statt. Tagesgäste waren willkommen. Unterschiedlicher hätten die Teilnehmer*innen nicht sein können. Aufgrund der recht kurz gewählten Tagesetappen zwischen 50 und 65 Kilometern war Zeit für etwas Muse, das Tagesprogramm gestaltete sich spontan und führte zu unvergesslichen Erlebnissen.

Hier die Nachricht eines Teilnehmers nach der Tour: „P.S. War gestern ganz traurig. Abschied. Je näher wir Treysa kamen verkleinerte sich die Gruppe ganz schnell. Und wir waren alle wieder Einzelpersonen. Das hat mich noch lange am gestrigen Abend beschäftigt und berührt … Fahre seit fünf Jahre alleine, fast täglich und kannte bis vorigen Samstag keine Gruppentour.“

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Samstag, 24.06.2017 – über Bergfreiheit zum Edersee

Charly kam aus Wabern und stand samstagmorgens am Startpunkt unserer 3-tägigen Edersee-Radtour. Auch Pedro aus Kassel hatte sich noch kurzfristig angemeldet. Sie wollten beide als Tagesgäste die erste Etappe mitradeln. Die Tour führte von Treysa zum Edersee, einmal drum herum und am letzten Tag wieder zurück zum Ausgangspunkt.

In unserer 11-köpfigen Hauptgruppe führten die beiden Gäste zu einem willkommenen Ausgleich, da in dieser bisher nur 2 Männer vertreten waren. Auch der Anteil der nichtmotorisierten Teilnehmer*innen steigerte sich von 4 auf 6.
Aufgrund der Pedelec-Übermacht wurde in den Einleitungsworten das besondere Augenmerk auf das Verhalten von Pedelec-Fahrer*innen in gemischten Gruppen gerichtet. Verhaltensregeln wie demütiges und unauffälliges Fahren, keine Überholmanöver, Diskussionen und Witzeerzählungen bergauf durchzuführen, wurden ans Herz gelegt.

Nachdem wir am ersten Tag das Schwalmtal verlassen hatten, führte unsere Route durch die eher anspruchsvollen Täler des Kellerwalds, um dann im Finale die Ederberge zu überqueren. Die Tour verlief sehr abwechslungsreich: In Bischhausen musste bei einem fast platten Pedelec Luft nachgetankt werden – zum Glück keine Panne. In Hundsdorf trafen wir auf einen überfahrenen, männlichen Pfau, dessen mächtiger Körper und die typischen langen Schwanzfedern mitten auf unserer Fahrbahnseite lagen. Nach Auskunft eines Einheimischen gehörte er zu einem Aussiedlerhof. In Albertshausen nahmen wir in einer zufällig offenen kleinen Kirche Platz und sangen unter Anleitung Angelas diverse Lieder. Der anwesende Küster weigerte sich allerdings, die Orgel zu spielen. Nico aus Düsseldorf gab zahlreichen Nichtmotorisierten Hilfestellung und schob sie mit Hilfe ihres Pedelec-Motors etappenweise hoch zum Kleinernschen Tor, dem höchsten Punkt der ersten Etappe. Die Abfahrt durch die Ederberge nach Hemfurth war ungezähmt und abenteuerlich. Ein Fotoapparat hüpfte aus seiner Halterung am Fahrrad und ging verloren. Später wurde er unversehrt wiedergefunden. Schließlich fanden wir uns im Cafe-Restaurant „Aquarello“ an der Staumauer zum wohlverdienten Kaffee-Eis-Schmaus ein.

Da sich unsere Unterkunft nahe der Sperrmauer befand, war das Abendprogramm mit einem kulinarischen Abendessen in der „Kaiserbuche“ direkt an der Staumauer als auch mit einem Dorffest mit anspruchsvoller Blasmusik gesichert.

Zum Frühstück gesellte sich unser Langstreckenradler Andreas. Er war morgens um etwa 5 Uhr mit seinem Fahrrad aus der Schwalm gestartet und hatte pünktlich zu Frühstücksbeginn Hemfurth erreicht. Charly verließ uns dagegen schon am Abend zuvor. Pedro blieb spontan noch einen Tag.

Sonntag, 25.06.2017 – Die Edersee-Runde

Mit der Überquerung der Staumauer begann am Sonntag die 2. Etappe entgegen des Uhrzeigesinnes um den Edersee. Nach einem gemütlichen Einfahren wurde es ernst und der Anstieg nach Basdorf kam näher. Auch hier bot Nico wieder ihre Schiebe-Dienste an. Die restlichen Pedelec-Fahrer*innen wurden wie schon am Tag zuvor bei längeren Steigungen von der langsamen Fahrweise befreit und schossen befreit den Berg hinauf. Einmal diese Höhe erreicht, beschlossen wir die Schöne Aussicht auf der Kahlen Hardt am Knorreichenstieg zu erklimmen. Das Wetter war schlechter als am Tag zuvor, zunächst trocken, aber über dem Edersee brauste eine Regenfront auf uns zu, so dass wir schnellstmöglich nach Basdorf zu einem Cafe´ zurück rollen wollten. Der Regen war weg, das Cafe war ein Restaurant und hatte noch geschlossen. Erst im weiteren Bereich des Nordufers holte uns ein kräftiger Regen ein. Regenklamotten an – Regenklamotten aus. Plötzlich wieder trockener Weg. Guido fehlte. Kurzer zufälliger Halt bei einem Jugendlager – Neugierde. Und plötzlich saßen wir die nächsten gefühlten zwei Stunden in einem Cafe´ des Jugendzeltlagers Vöhl-Herzhausen bei einem marokkanischen Fairtrade Hochland-Arabica-Kaffee mit Biomilch und Demeterzimt-Garnitur nebst leckerem selbstgebackenem Kuchen und genossen die herrliche Stille mit dezenter Gitarren- Livemusik weitab jeglichen touristischen Treibens am Ufer des Edersees.

Der Edersee zeichnete sich in diesem Jahr durch einen frühen Niedrigwasserstand aus. Die Aseler Brücke wurde dabei freigelegt und begehbar. Ein Halt war hier ein Muss.

Im weiteren Verlauf des welligen südlichen Edersee-Ufers fingen zwei Pedelec-Fahrerinnen an bergauf zu singen, so dass daher zukünftig die Verhaltensregeln für Pedelec-Fahrer*innen gegebenenfalls erweitert werden sollten.

Die vorgesehene Badepause in Rehbach wurde aufgrund des nicht ganz optimalen Wetters in eine Eis- und Kaffeepause umgewandelt. Lediglich ein kleines Trio fand sich zum Fußbad ein. Nach Ankunft in Hemfurth trat Andreas die Rückreise in die Schwalm an und erreichte an diesem Tag somit fast die 200 Kilometer.

Nach einem weiteren Abendessen in der „Kaiserbuche“ verabschiedeten sich planmäßig Angela – weil sie am 3. Tag nicht frei nehmen konnte – und Pedro und fuhren mit dem Zug zurück nach Kassel.

Montag, 26.06.2017 – Heimfahrt über die Borkener Seenplatte

Am nächsten Morgen starteten dann nur noch 10 Radler*innen zur 3. Etappe.

Bei leicht bewölktem Himmel rollten wir an der Eder bis Wabern. Während eines kleinen Einkaufsstopps erwischte es Hans' Fahrrad. Das schwarz glänzende Pedelec, das nach jeder Etappe mit feuchtem Lappen akribisch gereinigt wurde, war wider Erwarten staubig und wurde daher bei Abwesenheit seines Besitzers mit den drei bösen Buchstaben eines weiblichen Haustiers signiert.

Die Durchfahrt der Borkener Seenplatte begann mit einem Picknick am Singliser See, der Surf- und Freizeitsee in der Seenplatte. Nach dem zurzeit volllaufenden Gombether See folgte das Naturschutzgebiet am Borkener See, dessen Hinterland leicht hügelig ist und durch Obstwiesen und Buschland führt.

Den Abschluss der Seenlandschaft machte der Zimmersröder See, der als naturnaher See für die menschliche Nutzung eingeschränkt ist. In Waltersbrück befanden wir uns wieder auf vertrautem Terrain, dem Schwalm-Radweg. Über das ehemalige Munitionslager bei Rörshain – im Kalten Krieg zur Lagerung von Atom-Sprengköpfen genutzt – erreichten wir Ziegenhain, um dort in der Eisdiele unsere Tour mit einem gemütlichen Beisammensein zu beschließen, nicht ohne für Angela ein Gesangsvideo mit einem selbstgedichteten Text von Nico aufzunehmen: „Danke für Deine schönen Lieder, danke, dass Du bei uns warst. Wir fahren gerne immer wieder, wohin Du fahren magst.“

 

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