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Fahrradschlauch, Luftpumpe, Fahrradknochen, Ersatzkettenglieder, Stecklicht vorn, Stecklicht hinten, Flickzeug

Fahrradpannen wünscht man sich nie. Insbesondere nicht unterwegs und schon gar nicht in Wald und Flur. Bei einem „Platten" sehnt man sich nach einer entsprechende Infrastruktur: gutes Werk- und Flickzeug, eine leistungsfähige Luftpumpe, ein Eimer Wasser oder im Notfall auch die Nähe zu einem Gewässer.

Was aber macht man, wenn all diese Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Ich hatte mir auf meinem Weg von der Arbeit nach Hause gerade eine schöne Abkürzung durch Wald und Wiesen überlegt, da passierte es. Zunächst wurde der Reifen schwammig, dann schlug er durch, ich musste den Tatsachen ins Auge sehen, - das Hinterrad platt wie eine Flunder. Dabei hatte ich noch so viel vor, so viele Termine!

Kein Mensch, keine Siedlung weit und breit, links Wald, rechts Feld, nein, auch kein Gewässer, es gibt Situationen, da muss man durch.

Entweder gelang es mir, das Fahrrad hier und jetzt wieder fit zu machen oder es lag ein langer Fußweg vor mir. Hilfe holen ging nicht, auch der Akku meines Handys war leer.
Eine Mini-Luftpumpe, immerhin, ein Kompakt-Werkzeug mit Reifenhebern, eine kleine Packung neumodischer Lezyne Selbstklebeflicken. Ich zog den Schlauch aus dem Mantel und untersuchte ihn, kein Loch zu finden. Da musste allerdings was zu finden sein, denn der Schlauch verlor nach dem Aufpumpen sofort die Luft. Ventil war okay. Was tun?

Ich kramte eine benutzte kleine Müslischale aus meiner Tasche, füllte sie mit Apfelsaftschorle aus meiner Trinkflasche und zog den Schlauch sukzessive durch die süße Brühe. Als ich die Runde fast vollendet hatte, spürte ich zwei nebeneinander liegende Löcher auf, ein „Snakebite". Das sind typische Verletzungen des Schlauches, wenn der Luftdruck des Reifens nicht mehr ausreichend ist. Ich erinnerte mich, dass die Felge 2-3 mal durchgeschlagen war. Dabei musste es wohl passiert sein.

Ich bereitete den Schlauch vor und klebte euphorisch einen Selbstklebeflicken auf die beiden Löcher. Der aufgepumpte Schlauch hielt die Luft, schnell wurde er wieder im Mantel versteckt und noch ein bisschen mit Druck versehen.

Der Rest Apfelsaftschorle wurde in die Hecke geschüttet, alle sieben Sachen wieder eingepackt und weiter ging es, ein Krankenhausbesuch war noch eingeplant. Kurz vor dem Krankenhausberg merkte ich, dass der Reifen wieder schwammig wurde und mit einem Schlag war im wahrsten Sinne die Luft raus. Froh, zumindest wieder in der Zivilisation zu sein, schob ich das platte Fahrrad voll bepackt den Krankenhausberg hoch und absolvierte meinen Besuch. Danach ließ ich mich frustriert abholen.

Ein neu gekaufter Schlauch wurde gleich montiert, das Fahrrad war nun endlich wieder fahrbereit! Am kaputten Schlauch führte ich interessehalber neue Klebeexperimente mit Lezyne durch. Ca. 5 Minuten hielt der Schlauch dicht, dann löste sich der Flicken so nach und nach und die Luft strömte spontan heraus. Platt!

Fazit: Demnächst kaufe ich mir wieder eine Box mit Fahrradflicken und Vulkanisationskleber nach alter Schule.

 

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