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Ein wenig ungewöhnlich ist es schon, wie Friedhelm Möller seinen täglichen Weg zur Arbeit zurücklegt. Manche bezeichnen ihn auch unverblümt als verrückt. Während viele Nordhessen mit dem Auto fahren oder andere Glück haben, dass sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen können, fährt der Edertaler die 21 Kilometer lange Strecke von Anraff nach Haina zur Vitos Haina AG mit dem Rad. Nicht mit einem gewöhnlichen, sondern mit einem voll verkleideten Velomobil.

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Begonnen hat es damit, dass er eine Alternative zur Fahrt mit dem Auto für seinen damaligen Arbeitsweg von Kassel nach Löhlbach suchte. Fündig wurde er fürs Erste bei der Firma FINE Mobile. Diese produziert im nordhessischen Rosenthal das Twike, ein dreirädriges Leichtelektromobil für zwei Personen (Wikipedia). Es ist mit 1.000 Fahrzeugen eines der meistverkauften Elektromobile in Europa und ist zusätzlich zum Elektromotor mit einem Pedalantrieb ausgestattet. Im Sommer lief das Fahrzeug zufriedenstellend. Im Winter ließen die Batterien wegen der kalten Temperaturen in ihrer Leistung nach, es blieb am Berg zwischen Hundsdorf und Löhlbach liegen. Um die Berge allein mit Muskelkraft hochzufahren, war es zu schwer.

Auf der Suche nach einem leichteren Fahrzeug wurde er in den Niederlanden fündig. Dort produziert die Firma Sinnerbikes das Mango, ein vollverkleidetes, witterungsgeschütztes Liegerad. Dieses fuhr er über mehrere Jahre von Kirchhain nach Haina auf einer steigungsarmen Strecke. Nachdem er ins Edertal umgezogen war, hatte er pro einfache Fahrt 500 Höhenmeter zurückzulegen. Da dies auf Dauer anstrengend war und er auch ins Schwitzen geriet, rüstete er sein Velomobil mit einem Pedelec-Antrieb nach. Der 250-Watt-Motor unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer und schaltet dann ab.

Die Unterstützung nutzt er nur am Berg. Sonst fährt er mit Muskelkraft und erreicht so – unter anderem wegen der Vollverkleidung, die das Gefährt äußerst windschnittig macht – eine erstaunlich hohe Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 Stundenkilometern. Dabei bezeichnet er sich nicht als Hardcorefahrer. Es ist für ihn vielmehr normal, in sein Velomobil zu steigen und morgens 35 Minuten zur Arbeit hin und abends wieder zurück zu fahren. Es ist sogar so, dass er sich dabei entspannt. Es ist ein anderes Gefühl, näher an der Natur.

Einschränkungen gibt es in zwei Bereichen. So fährt Möller nicht im Winter: „Auf Eis und Schnee rutschen die dünnen Rennradreifen wie auf Schmierseife“, gibt der 54-Jährige zu bedenken, das sei ihm zu gefährlich. Und die Transportkapazitäten sind begrenzt.„Ich habe heute eine Bandprobe in Marburg, da fahre ich mit dem Auto, die Instrumente kriege ich im Velomobil nicht unter. Das Mango ist kein Kleintransporter.“

Fotos

© Friedhelm Möller

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