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Ulrich Wüstenhagen, Axel Bischoff, Dr. Johannes Heyn, Volkmar Gerstein, Dr. Wolfgang Fehling, Martin Engel

Moderner Verkehr geht nicht ohne mehr Fahrrad. Dafür arbeiten die Aktiven des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) im Kreisverband Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder. Dieses Engagement liegt im Trend: Während andere gesellschaftliche Gruppen mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, stieg die Zahl der ADFC-Mitglieder erstmals über 300. Im Landhotel Kirchheim trafen sie sich zur Jahreshauptversammlung 2012.

In seiner Grußrede stellte Volkmar Gerstein, Landesvorsitzender des ADFC, die Projekte und Initiativen des Verbandes auf Landesebene vor. Der ADFC Hessen bringt mit bike + business immer mehr Berufspendler aufs Rad und macht sich für die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ stark. Er sichert die Qualität der Hessischen Radfernwege, berät die fahrradfreundlichen Bett+Bike-Unterkünfte, führt Radfahrkurse für Erwachsene durch und bietet Fahrrad-Codierungen gegen Diebstahl an. Die Kreis- und Ortsverbände veranstalten zahlreiche Fahrradtouren, sie beraten als kompetente Fachleute Kommunen, Verwaltungen und Betriebe.

Der Mitgründer des Kreisverbands und langjährige Vorsitzende Dr. Paul Schulte aus Alheim wurde in der Sitzung aus dem Vorstand verabschiedet und für seine Verdienste geehrt. Er war zuletzt als Beisitzer im erweiterten Vorstand tätig. Dr. Heyn bedauerte, dass es in den Statuten des ADFC keine Ehrenmitgliedschaft gebe. Dr. Schulte mit seiner Fachkompetenz sei aber jederzeit in den Gremien willkommen.

Der ADFC vertritt vor allem die Alltags- und Freizeit-Radfahrer/-innen. Mit ihrer Fachkompetenz entwickeln sie Konzepte für die Verbesserung der Radinfrastruktur: Dabei ist es nicht das Ziel des ADFC, an allen Straßen Radwege zu bauen. Es geht vielmehr darum, durch die intelligente Verknüpfung von Radwegen, Radfahrstreifen, sogenannten Schutzstreifen, Fahrradstraßen und Tempo-30-Zonen eine Infrastruktur für den Radverkehr zu schaffen, die neben der touristischen Nutzung auch das schnelle und sichere Fortkommen mit dem Fahrrad im Alltag innerhalb der verschiedenen Ortschaften sowie zwischen ihnen ermöglicht. Dies ist dadurch zu erreichen, indem genauso wie für den motorisierten Verkehr auch für den Radfahrverkehr ein attraktives Netz von benutzbaren Wegen entsteht, die das zügige und sichere Vorankommen für Kinder und Jugendliche, für Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen sowie in ihrer Freizeit ermöglichen. Dazu gehört auch die Möglichkeit, sein Rad sicher und bequem abstellen zu können.

Horst Gießler, YYY, Martin Engel, Heidrun Englisch, Susanne Klippert, Ullrich Horstmann, Ulrich Wüstenhagen, Volkmar Gerstein; (hintere Reihe von links:) Dr. Johannes Heyn, Dr. Wolfgang Fehling, Axel Bischoff, Hans-Heinrich Hartmann, Lothar Wehner, Horst Göbel, Peter Haldorn

Vorstand und Beisitzer aus den Regionen, vordere Reihe von links: Horst Gießler (Melsungen), Walter Kniese (Bad Hersfeld), Martin Engel (Bad Hersfeld), Heidrun Englisch (Kirchheim), Susanne Klippert (Schwalmstadt), Ullrich Horstmann (Gudensberg), Ulrich Wüstenhagen (Schwalmstadt), Volkmar Gerstein (Landesvorsitzender); hintere Reihe von links: Dr. Johannes Heyn (Malsfeld), Dr. Wolfgang Fehling (Bebra und Cornberg), Axel Bischoff (Melsungen), Hans-Heinrich Hartmann (Hohenroda), Lothar Wehner (Nentershausen), Horst Göbel (Rotenburg), Peter Haldorn (Schwalmstadt)

Die Aktiven machen oft die Erfahrung, dass ihre Fachkenntnisse nur unzureichend oder gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Das führt immer wieder zu unsinnigen Verkehrsführungen und zu vermeidbaren Kosten, wenn die Fehler aufwändig beseitigt werden müssen. Ein aktuelles Beispiel ist der neue Kreisel im Wieragrund in Schwalmstadt-Treysa, bei dem es bei der jetzigen Wegführung unweigerlich zu Kollisionen zwischen Autos und Radfahrern/-innen kommt – der ADFC hatte in der Planungsphase darauf hingewiesen.

Doch es gibt auch Beispiele aus anderen Kommunen, in denen die Ideen aus den Reihen des ADFC dankbar aufgenommen und Grundlage für die Verkehrsplanung werden. So hat der Radwegebeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises und ADFC-Vorstandsmitglied Ullrich Horstmann (Gudensberg) ein Radverkehrskonzept im Auftrag der Gemeinde Oberaula erstellt. Für ihr Engagement war die Gemeinde im vergangenen Jahr mit der Goldenen Kurbel des ADFC-Kreisverbands ausgezeichnet worden. Für Bad Hersfeld hat Martin Engel ein Radkataster erstellt, in dem die gesamte Verkehrs- und insbesondere die Radinfrastruktur erfasst wird. Dieses Kataster dient der Stadt für die weitere Planung ihres Radnetzes. In der Versammlung stellte er sein Projekt vor.

Ein weiterer Grund für den im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlichen Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in Hessen ist die derzeitig praktizierte Finanzierung von Radinfrastrukturmaßnahmen. Hier schlug Ullrich Horstmann das an der Müritz und in Nordrhein-Westfalen praktizierte Landkreismodell 50:50 vor, das die Finanzierung auf solidere Beine stellt, indem Städte und Kommunen abhängig von der Einwohnerzahl sowie der Landkreis aus Mitteln des Straßenverkehrs beziehungsweise aus Straßenbaumitteln jeweils 50 Prozent in einen Topf tun, aus dem Projekte finanziert werden. Bei diesem Modell könnte mit weiteren Landesmitteln gerechnet werden. Es soll auf der nächsten Landesverbandssitzung des ADFC vorgestellt und zur Abstimmung gestellt werden.

In jedem Fall signalisierten die anwesenden Aktiven, dass sie sich für das Radfahren als schnelle, gesunde und umweltfreundliche Form der Mobilität für alle einsetzen wollen, um es noch sicherer und attraktiver zu machen. Sie lassen sich dabei durch die bislang erreichten Erfolge ermutigen, auch wenn noch ein weiter Weg vor ihnen liegt.

 

 

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