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Vierzehn Tage vor der Wahl zum neuen Bürgermeister hatte der Ortsverband Schwalmstadt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) neben interessierten Bürgern auch die Kandidatin und die drei Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu einer Radtour durch Schwalmstadt-Treysa eingeladen, um sich über die Infrastruktur für den Radverkehr zu informieren und um die eigenen Positionen deutlich zu machen. Mit Margitta Braun, Dr. Fabio Longo, Dr. Gerald Näser und Stefan Pinhard nahmen alle vier Bewerber teil; auch Mitglieder des Magistrats und Stadtverordnete sowie zahlreiche Bürger waren der Einladung gefolgt.

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Am Treffpunkt, vor dem Bahnhof Treysa, gab es eine kurze Begrüßung durch den Sprecher des ADFC-Ortsverbandes, Ulrich Wüstenhagen, sowie durch Guido Hahn, einen der Aktiven im ADFC, der die Tour maßgeblich vorbereitet hatte. Dann ging es bei fast idealem Wetter auch schon los.

Beim ersten Halt, am neuen Kreisel im Wieragrund, wurde deutlich, wie wenig Einfluss sachkundige Bürger bisher bei städtischen Planungen nehmen können. Planer schaffen am Schreibtisch vollendete Tatsachen; eine Mitsprache engagierter Bürger scheint nicht erwünscht; und selbst ortskundige Experten werden im Vorfeld nicht zu Rate gezogen. Hauptkritikpunkte des ADFC an der Ausführung des Kreisels und der bisher erkennbaren Führung des Radverkehrs: Aktuelle, bundesweit etablierte Standards zur Gestaltung radverkehrsgerechter Verkehrsanlagen scheinen die Planer hier weitgehend ausgeblendet zu haben. So ist es z. B. heute anerkannt, dass die Sicherheit für Radfahrer deutlich höher ist, wenn Letztere 10 Meter vor dem Kreisel über einen sogenannten Schutzstreifen auf die Fahrbahn geleitet und mit dem motorisierten Verkehr durch den Kreisel geführt werden. In der aktuellen Ausführung werden die Radfahrer jedoch zwangsweise außen um den Kreisel herumgeführt. Es wäre besser, denjenigen, denen das Radeln auf der Fahrbahn nicht behagt, mit einem Zusatzschild ein Benutzungsrecht des Gehwegs einzuräumen und ein Queren der Wieragrundstraße zusammen mit den Fußgängern zu ermöglichen. Ein weiterer Punkt: So genannte Zweirichtungsradwege sind innerorts unter Fachleuten aus Sicherheitsgründen heute so gut wie tabu. Dennoch scheint für die Wierastraße gerade eine solche Lösung angedacht zu sein.

Zwischen Wiegelsweg und Zimmerplatz verläuft der Schwalm-Radweg über die Bundesstraße 454. Diese ist hier sehr breit und viel befahren. Eine sichere Querung der Fahrbahn bietet eigentlich nur die entfernt liegende Fußgängerampel. Die Gruppe besichtigte diesen Gefahrenschwerpunkt sowie die vom ADFC vorgeschlagene Alternative, die Unterführung der B 454 direkt am Ufer der Schwalm. Hier müssten allerdings noch die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Am Bahnübergang an der Hardt nutzte die Gruppe die rufgesteuerte Schrankenanlage, um die Main-Weser-Bahn zu queren und in die Industriestraße zu gelangen. Per Knopfdruck wird dort eine Sprechverbindung mit dem Fahrdienstleiter der Bahn aufgebaut, der dann wiederum die Schranke bedarfsgerecht öffnet. Der Übergang über die Gleise ist somit gefahrlos möglich. Eine identische Anlage am Bahnhof Treysa – dort allerdings ohne Schranke – ermöglichte bis vor Kurzem Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Gehbehinderung und auch Radfahrern den direkten Zugang zu den Gleisen 2 bis 5. Allerdings wurde diese Möglichkeit dort aus Sicherheitsgründen abgeschafft und der Übergang bleibt diesem Personenkreis seitdem verwehrt.

Außerdem wurde angeregt, den touristischen Radverkehr nicht über den Ulrichsweg an der Stadt vorbei, sondern über den Marktplatz zu führen und im Bereich des Hospitals/St.Martin am Kinderspielplatz an der Schwalm unter den alten Bäumen einen Rastplatz für Radfahrer anzulegen.

Im weiteren Verlauf der Strecke fanden sich noch mehrere Stellen mit unzeitgemäßen Verkehrsschildern, nicht durchdachter Führung des Radverkehrs und fehlender oder missverständlicher Beschilderung. Um die Radwege gleichermaßen für Alltagsradler und Touristen attraktiv zu gestalten, besteht hier dringender Handlungsbedarf.

An allen Stationen wurde rege mit der Kandidatin und den Kandidaten diskutiert. Es gab zahlreiche Fragen und Anregungen. Der Besuch des Amphibien-Biotops in der malerischen Leist, direkt am Schwalm-Radweg gelegen, rundete die gelungene Veranstaltung ab.

Einigkeit herrschte unter allen Beteiligten, dass durch die wachsende Verbreitung von Pedelecs – umgangssprachlich auch Elektrofahrräder oder E-Bikes genannt – die Bedeutung des Radverkehrs in Schwalmstadt überdurchschnittlich schnell steigen wird. Auch steigungsreiche Strecken und längere Distanzen, die bisher dem Auto vorbehalten zu sein schienen, lassen sich damit fast mühelos bewältigen. Diese Entwicklung darf Schwalmstadt nicht verschlafen.

 

 

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