Theresa und Sara Zängler auf dem Tandem-Dreirad

Können körperbehinderte Kinder Fahrrad fahren? Ja – zumindest an Hephatas Hermann-Schuchard-Schule. Mit einem Therapie-Tandem lernen sie in Begleitung im Alltagsverkehr zurecht zu kommen. Durch eine Spenden- und Mitmachaktion bei den Hephata-Festtagen am 12. und 13. September sollte die Anschaffung eines Spezial-Fahrrads ermöglicht werden.

Kinder mit körperlichen Behinderungen möchten – wie andere Kinder auch - am Freizeitangebot von Schulen teilnehmen. Sie möchten auf dem Spielplatz spielen, mit dem Rad über den Schulhof fahren oder auch an Radtouren teilnehmen. Die eingeschränkte Mobilität stellt aber nach wie vor die größte Barriere für Menschen mit körperlichen Behinderungen dar, wenn es darum geht, eine uneingeschränkte und selbstbestimmte Teilhabe zu ermöglichen.

Insgesamt rund 20 Jungen und Mädchen an der Hermann-Schuchard-Schule sind auf einen Rollstuhl angewiesen und daher auf Grund ihrer Behinderung von vielen Freizeit- und Pausenaktivitäten ausgeschlossen. Mit einem behindertengerechten Therapierad soll die Situation verbessert werden – damit Kinder unbehindert Fahrrad fahren können. Auf dem Dreirad-Tandem „Capitän Duo“ des Herstellers Draisin sitzen die Kinder vorne und können mitstrampeln, die Begleitperson sitzt hinten lenkt und sorgt für die Grundgeschwindigkeit. Das Dreirad ist aufgrund seiner Konstruktion sehr kippsicher.

Um diese Anschaffung zu ermöglichen, hatte Sebastian Nicolai als neuer Spendenbeauftragter der Hephata Diakonie eine Mitmach- und Spenden-Aktion bei den Hephata-Festtagen organisiert. Besucher der Festtage am zweiten Septemberwochenende konnten selber einmal eine Testfahrt mit einem von dem Spezialhersteller geliehenen Therapie-Tandem unternehmen. Das Fahrrad war für diesen Zweck auf einer Trainings-Rolle montiert. Der Tacho zeigte an, was für eine (virtuelle) Strecke die Fahrerinnen und Fahrer zurückgelegt haben. „Unsere Idee ist, dass die Teilnehmer der Aktion die einzelnen Standorte der Hephata Diakonie in ganz Hessen und in angrenzenden Bundesländern virtuell abfahren“, erklärte Nicolai, der die ganze Aktion deshalb auch „Tour de Hephata“ genannt hat.

Für jeden gefahrenen Kilometer unterstützten Sponsoren die Anschaffung eines neuen Therapie-Tandems für Kinder mit Behinderung. Premiumpartner der Aktion ist die VR Bank Hessenland eG. Weitere Sponsoren sind Gringel Bau + Plan GmbH, LB Catering GmbH & Co. KG, REWE Knapp OHG, Schober Haustechnik und Unger Immobilien GmbH. Außerdem unterstützt wird die Aktion von den Firmen Bauunternehmen Daume GmbH, Emmert Veranstaltungstechnik GmbH, Evangelische Bank eG, Hahn Bauelemente GmbH und Kerygma Gbr.

Eine Premiere gab es zudem für Radfahrer. Sie konnten ihr Rad auf einem eigens eingerichteten bewachten Fahrradparkplatz abstellen.

Einige Fahrräder stehen auf dem mit einem Bauzaun umgegebenen Fahrradparkplatz.

Vorbild für Großveranstaltungen: Damit Radfahrer ihr Rad sicher abstellen können wurde für die Hephata-Festtage ein Fahrradparkplatz am Eingang Hephata II eingerichtet.

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