Logo des Radwegs Deutsche Einheit: Stilisierter vorderer Teil eines Fahrrads mit Speichen in schwarz, rot und gold, dazu Schriftzug

Radfahrregion rund um Schwalmstadt wird aufgewertet

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Planungen für den neuen „Radweg Deutsche Einheit“ vorgestellt. Der Radweg wird die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn mit der heutigen Bundeshauptstadt Berlin verbinden. Die rund 1.100 km lange Strecke führt auf ihrem Verlauf durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis nach Berlin auch durch Schwalmstadt.

Laut Dobrindt sei die Wiedervereinigung ein Glücksfall der Geschichte, der die Menschen wieder zusammengeführt und unserem Land Wohlstand gebracht habe. „Diese einzigartige Erfolgsgeschichte lässt sich auf dem ‚Radweg Deutsche Einheit‘ hautnah erleben. Er steht symbolisch dafür, wie Deutschland zusammengewachsen ist“ betonte der Verkehrsminister. Zugleich weise der „Radweg Deutsche Einheit“ den Weg in die digitale Zukunft: „Radstätten“ mit kostenfreiem High-Speed-Internet, Lademöglichkeiten für E-Bikes und Smartphones sowie digitalen Informationen zu Route und Umgebung schafften ein einmaliges, modernes Radwander-Erlebnis.

Das Bundesverkehrsministerium errichtet den „Radweg Deutsche Einheit“ gemeinsam mit den Bundesländern. Dabei werden moderne „Radstätten“ entlang der Strecke aufgebaut und mit Solartechnik betrieben. Sie werden zur Rast und Erkundung einladen und mit kostenfreiem WLAN ausgestattet. Touchpads werden digitale Informationen zu Streckenverlauf und Umgebung bieten. Auch wird es Lademöglichkeiten ür E-Bikes und Smartphones geben – ebenso wie App-Funktionen zum „Radweg Deutsche Einheit“. Der Platz für eine solche Radstätte in Schwalmstadt wird noch gesucht. Mit Blick auf die zu errichtende Radfahrstätte plädiert der ADFC dafür, sie im Stadtzentrum in der Nähe von radfahrerfreundlichen Gastbetrieben anzusiedeln und nicht in abgelegenen Gegenden, wo die Infrastruktur für Radfahrer fehle und wo der Aufenthalt unattraktiv sei.

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Anlaufstätten mit einer Reihe von innovativen Ausstattungselementen: Die Radstätten (das hier gezeigte Gundmodul ist erweiterbar)

Mit dem Bau wird die Radfahrregion in und um Schwalmstadt weiter aufgewertet. „Mit Blick auf die zu erwartenden Baumaßnahmen erweist es sich als äußerst vorteilhaft, dass die Pläne für die Umsetzung bereits in der Schublade liegen. Das in Kürze zur Verabschiedung stehende Radverkehrskonzept enthält fertige Lösungen für Aus- und Umbaumaßnahmen. Der ADFC hatte sich in der Vergangenheit intensiv für die Erstellung eines Gesamtkonzepts für die Radinfrastruktur in Schwalmstadt eingesetzt“ bemerkte Ulrich Wüstenhagen, Sprecher der Ortsgruppe und Mitglied im Landesvorstand des ADFC.

Der ADFC Kassel weist in diesem Zusammenhang auf ein Problem hin, dass bei der Einrichtung des Radweges Deutsche Einheit auf seiner ganzen Länge zufriedenstellend gelöst sein muss. Nach den bisherigen Finanzierungsregelungen sind die Kommunen für die Betreuung und Pflege von Radwegen zuständig. Es sei jedoch nicht hinnehmbar, dass sich das Bundesministerium öffentlich mit der Einrichtung eines Radweges Deutsche Einheit schmückt, dafür Millionen an Steuergeldern aufwendet und dann die am Radweg gelegenen Kommunen mit dem finanziellen Aufwand für Betreuung und Pflege allein lässt. Insbesondere die Radstätten mit ihrer technischen Einrichtung könnten sich da sehr schnell zu einer Kostenfalle für die Kommunen entwickeln, so Vöckel. Und bei der höchst unterschiedlichen Finanzkraft der Kommunen werde dann innerhalb kürzester Zeit die Qualität des mit Millionenaufwand eingerichteten Radweges ständig abnehmen und dieser dann bald als abschreckendes Beispiel für ein ansonsten sinnvolles Projekt betrachtet werden. Deshalb müsse das Bundesverkehrsministerium, dass bekanntlich ja auch dür die digitale Infrastruktur zuständig sei, mindestens die Kosten für die Betreuung und Pflege der Radstätten dauerhaft übernehmen. Andernfalls werde sich keine Kommune bereitfinden, einer Stationierung auf ihrem Gebiet zuzustimmen, so Vöckel abschließend.

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