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Zwei Mountainbiker auf Dammweg im Gegenlicht vor blauem Himmel

Radfahren ist umweltfreundlich, es ist kostengünstig für die Radfahrerinnen und Radfahrer, für Staat und Kommunen ist der Ausbau der Fahrradinfrastruktur ebenfalls günstiger als beispielsweise der Ausbau der Infrastruktur für andere Verkehrsarten wie Auto- oder Bahnfahren oder das Fliegen. Das Radfahren fördert zudem erwiesenermaßen die Gesundheit, Tourismus und der Fahrradhandel sind Wachstumsbranchen und der Fahrradverkehr nimmt kontinuierlich zu. Das finden alle gut: Von den Gemeinden über das Land bis auf Bundesebene – nur keiner will wirklich etwas für die notwendige Verbesserung der Rahmenbedingungen tun. Spätestens dann, wenn es ums Bezahlen geht, kneifen staatliche Stellen.

Das ist ein gesellschaftlicher Skandal in unserem trotz aller Unzulänglichkeiten immer noch reichen Land. In Sonntagsreden treten Politiker/innen gerne für den Radverkehr ein. Immer wenn es gut für die eigene Publicity ist, setzen sie sich öffentlichkeitswirksam für ein Foto auf Rad und und streichen heraus, wie sehr ihnen der Radverkehr am Herzen liegt.

Ein weiteres Beispiel aus diesen Tagen ist die Verabschiedung des Nationalen Radverkehrsplans durch das Bundeskabinett. Es wird richtig festgestellt, dass es in Deutschland in Sachen Fahrrad einen erheblichen Nachholbedarf gibt. Daher wird das ergeizige Ziel der Erhöhung des Radverkehrs auf 15 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommens ausgerufen. Das erfordert Investitionen zwischen acht und 19 Euro pro Einwohner und Jahr – also bis zu 1,5 Milliarden Euro insgesamt. Dabei beträgt der Fahrradetat des Bundesverkehrsministers gerade einmal 76 Millionen Euro. Die logische Konsequenz: Zahlen sollen andere. Welchen Stellenwert die Radverkehrsförderung für das Verkehrsministerium im Bund in Wirklichkeit hat, wird auch bei der Kürzung der Mittel für Radwege an Bundesstraßen und Bundeswasserstraßen deutlich. Wurden dafür vor zwei Jahren noch 100 Millionen Euro vorgesehen, sind die Mittel inzwischen auf 50 Millionen Euro zusammengestrichen worden.

Eins ist klar. Wenn man zukunftsweisende Veränderungen bei der Verkehrsentwicklung will, bei der der Radverkehr eine wichtige Rolle spielt, dürfen Worte und Taten nicht so weit auseinanderklaffen, wie es hierzulande seit Jahrzehnten der Fall ist.

Manche Zeitgenossen stehen dem Thema ganz gelassen gegenüber. Wenn die Kosten fürs Benzin weiter steigen wie bisher, werden in Zukunft immer mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen. Dann muss die Politik nachziehen, spätestens, wenn die Stauansagen im Radio statt für Autobahnen für Radwege vermeldet werden.

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Text und Foto

© R. Tripp

 

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