Nav Ansichtssuche

Navigation

Rechtzeitig zur diesjährigen Mehrtagestour des ADFC Schwalmstadt hatte Petrus ein Einsehen: Entsprechend der Prognose stellte sich zu Fronleichnam hochsommerliches Wetter ein. Bevor sich die 13 Teilnehmer allerdings aufs Rad schwingen konnten, musste erst einmal die Anreise mit der Bahn nach Michelstadt im Odenwald gemeistert werden. Obwohl eine erste Teilgruppe sich schon 2 Stunden früher auf die Reise machte und die zweite Gruppe eine Stunde früher als geplant in den Zug stieg, um in Frankfurt umzusteigen – dort startet nämlich die Odenwaldbahn – wären beinahe einige Radler am Bahnsteig zurückgeblieben. Es zeigte sich, dass die offiziell ausgewiesenen neun Stellplätze in dem modernen Dieseltriebwagen der Nachfrage an diesem Feiertagsmorgen bei weitem nicht gewachsen waren.

20150604_adfc_se_neckar_schwalm_003_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_004_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_006_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_016_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_017_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_018_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_021_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_022_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_024_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_028_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_044_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_051_520x347
20150604_adfc_se_neckar_schwalm_057_520x347
cimg8070_
01/14 
start stop bwd fwd

Nach der Ankunft im Bahnhof stand zunächst ein kurzer Abstecher in die historische Altstadt von Michelstadt auf dem Programm. Dann ging es auf dem Hessischen Radfernweg R4 Richtung Süden. Hinter Erbach wurden die Radler das erste Mal richtig gefordert: Über einige Kilometer zog sich der Anstieg zum Windpark auf dem Geisberg hin. Dabei mussten auf kleinen Straßen etwa 250 Höhenmeter erklommen werden. Dafür wurden die Fahrer aber durch eine tolle Aussicht und – nach einigen Kilometern auf dem Kamm – durch eine rasante Abfahrt ins obere Mümlingtal belohnt. Kurz vor Beerfelden-Hetzbach  konnte ein architektonisches Meisterwerk bestaunt werden: Das imposante Bahnviadukt, das sich seit 1881 mit neun Pfeilern und zehn Bögen – allesamt aus Sandstein gemauert – über das Himbächeltal spannt. Der kurze Zeit später folgende Aufstieg zur Wasserscheide bei Beerfelden war ebenfalls mit hochprozentigen Steigungen gespickt. Der Weg über den Höhenrücken Richtung Hirschhorn hielt neben atemberaubenden Ausblicken über die Täler und Höhen des Odenwalds auch die eine oder andere knackige Steigung bereit. Nach der schier endlosen Abfahrt auf Forstwegen ins Neckartal war zunächst eine Pause in Hirschhorn, im südlichsten Winkel Hessens, angesagt. Dem Neckar aufwärts folgend gelangte die Gruppe schließlich auf nordbadisches Terrain und erreichte kurz darauf das Etappenziel in Eberbach.

Am Freitagmorgen, nach dem Frühstück, gab es noch einmal eine Zitterpartie. Entgegen den Befürchtungen konnten schließlich alle 13 Räder im Triebwagen der Odenwaldbahn verstaut werden. Nach dem Ausstieg in Michelstadt begann die längste der vier Etappen. Auf gut ausgebauten Wegen mit vielen idyllischen Abschnitten ging es das Mümlingtal hinab. Dann folgte ein langer Aufstieg auf einer Kreisstraße zur Veste Otzberg. Nach einer kurzen Rast mit schöner Aussicht erfolgte die leider viel zu steile Abfahrt in die Rheinebene. Ohne nennenswerte Steigung, dafür aber bei Temperaturen jenseits der 30°C-Marke, führte die Route durch den Rodgau zum Main. In Rumpenheim gab es einen Einkehrschwung, bevor mit der dortigen Fähre der Main überquert wurde. Auf dem Weg zum Etappenziel in Bad Vilbel musste noch am Großen Loh die Hohe Straße überquert werden.

Regenschauer und Gewitter am frühen Samstagmorgen brachten die ersehnte Abkühlung. Als die Gruppe nach dem Frühstück dem Lauf der Nidda folgend durch die Wetterau fuhr, hatten sich die Wolken bereits wieder verzogen. Bis kurz vor Schotten ging es auf gut ausgebauten Wegen ohne nennenswerte Steigungen flott voran. Zwischen Rainrod und dem Nidda-Stausee gab es einen ersten Vorgeschmack auf das, was zwischen Schotten und Ulrichstein auf die Radler wartete: Steigungen über 10 Prozent – und das über längere Abschnitte. In Schotten wurde erst einmal eine ausgiebige Rast im Café am Vulkan eingelegt. Während die Radler sich an allerhand leckeren Kuchen, Eis und Getränken labten, konnten die Akkus der Pedelec-Fahrer derweil frischen Saft aus der Steckdose ziehen. Schon kurz hinter Schotten zeigte sich, dass das Nachladen eine weise Entscheidung war. Der Aufstieg hinauf zum Segelflugplatz bedeutete einen Höhenunterschied von über 200 m – und das fast an einem Stück. Wer sich schon gefreut hatte, dass die Höhe von Ulrichstein (570 mü.N.N.) eigentlich fast erreicht war, hatte nicht mit der Tücke des Objekts, sprich dem Verlauf der Route gerechnet. Gleich dreimal hintereinander gab es eine steile Abfahrt, bei der mal eben etwa 60 bis 80 Höhenmeter „vernichtet“ wurden, die dann anschließend wieder mühsam erklommen werden mussten. Als am Ortseingang des Etappenziels Ulrichstein die Kletterei schließlich ein Ende hatte, stießen einige Radler einen Freudenschrei aus, als hätten sie soeben das Bergtrikot der Tour de France gewonnen. Nach einer erfrischenden Dusche und einem kohlehydratreichen Abendessen kehrten die Lebensgeister jedoch schnell wieder zurück.

Am Sonntagmorgen brach die Gruppe bei strahlendem Sonnenschein, aber ungewohnt kühler Luft zur letzten Etappe auf. Die tolle Aussicht vom Windpark der Gemeinde entschädigte für den kurzen Aufstieg. Der Weg führte nun fast ausnahmslos bergab. Vorbei an der Schwalmquelle ging es hinunter nach Storndorf und ab da immer in Sichtweite der noch jungen Schwalm Richtung Alsfeld. In Renzendorf gab die 850-Jahr-Feier Anlass für einen kurzen Zwischenaufenthalt. Im Museum und auf mehreren Höfen konnte man Gebrauchsgegenstände des ländlichen Lebens früherer Zeit – teilweise auch live vorgeführt – bestaunen. Da in Alsfeld bereits ein Tisch fürs Mittagessen reserviert war, blieb wenig Gelegenheit, das kulinarische Angebot der Renzendörfer zu probieren. Nach dem gemütlichen Mittagessen am Fuße des historischen Rathauses von Alsfeld hieß es Abschied nehmen. Zwei Teilnehmerinnen nahmen ab hier die Radroute über Kirtorf nach Stadtallendorf, während die Hauptgruppe ihren Weg entlang der Schwalm fortsetzte. Am Kulturbahnhof in Ziegenhain verabschiedeten sich die Teilnehmer aus Ziegenhain, Allendorf und Hebel. Die anderen radelten über den Bahnradweg zurück an den Ausgangspunkt in Treysa. Trotz einiger Strapazen waren sich die Radler einig: Eine gelungene Tour mit vielen Höhepunkten; aber auch eine tolle Truppe, die im Laufe der vier Tage und über 300 km im Sattel näher zusammengerückt ist.

 

Förderer

Wir werden neben weiteren unterstützt von folgenden Betrieben:

Unsere Termine

Radfahren in Hessen