Zur Neuauflage der Kasseler Radnacht fanden sich am Treysaer Bahnhofs sechs Radfahrer ein, um mit dem Zug zum Kasseler Kulturbahnhof zu fahren. Von dort startete am Abend der bunt beleuchtete Fahrradkorso durch die nordhessische Metropole.

Die Aufgabe, die schweren E-Bikes über die Treppen zum Gleis 4 zu bewegen wurde dank gemeinsamer Kraftanstrengung gelöst. Auch konnte der Zugführer dazu bewegt werden, trotz beengter Verhältnisse die ganze Gruppe mitzunehmen.

Am Kasseler Hauptbahnhof angekommen, bot sich am Bahnhofsvorplatz schon der Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte: Ein Meer von leuchtend bunt verkleideten Menschen und Fahrrädern aller Art. Allerdings waren relativ wenige "Exoten" dabei. Besonders fielen uns die "Fatbikes" auf, also Mountainbikes mit extra dicken Reifen. Ria, die bei der 1. Rad-Nacht letztes Jahr auch dabei war, hatte den Eindruck, diesmal nicht so viele Radfahrer vorzufinden - aber: Laut Veranstalter wurde etwa die gleiche Teilnehmerzahl wie 2014 (um die 500 Personen) ermittelt. Inzwischen hatte sich Lothar Braun uns angeschlossen, der aus beruflichen Gründen schon in Kassel war.

Nachdem wir eine Stärkung zu uns nahmen, den einführenden Worten der Sprecher lauschten (die Beschallungsanlage war sehr leise eingestellt) und unsere Fahrräder mit Leuchtkörpern schmückten, setzte sich um ca. 20:15 Uhr die Masse der "Glühwürmchen" langsam in Bewegung und formte sich zu einer faszinierenden Lichterkette auf Rädern.

Mit den bei der Ansprache gefallenen Worten "Radfahrer dürfen und müssen Abstand halten" im Ohr galt es nun alles an "Schwarmintelligenz" aufzubieten, um nicht mit anderen Teilnehmern zu kollidieren. Das Wetter meinte es gut mit uns: keinen Tropfen Regen, aber etwas frischer als 2014.

Die Strecke umfasste ca. 20 km und führte zunächst Richtung Kassel-West über die Wilhelmshöher Allee bis zur Brücke am Bahnhof Wilhelmshöhe, dann ein Stück der Bahnlinie entlang Richtung Rothenditmold über die Nordstadt zur Holländischen Straße, wo der "Lindwurm" eine Schleife drehte. Da uns hier der vordere Teil des Zuges in der Gegenrichtung schon begrüßte, merkten wir, dass wir trotz zügigen Voranfahrens von Ulrich und Lothar ziemlich weit hinten lagen.
Irgendwann fragte Susanne nach der Uhrzeit - es war gerade 21:00 Uhr - und da waren laut einem anderen Teilnehmer gerade zehn Kilometer, also die Hälfte der Strecke, zurückgelegt.

Die zweite Hälfte führte dann über die Fulda nach Kassel-Ost in Richtung Bettenhausen. Musikalische Begleitung in Form von Ghettoblastern gab es bei der diesjährigen Radnacht weniger, aber unsere Gruppe von nun 7 Leuten hatte dies nicht nötig, auch weil der Jüngste unter uns mit seinen humorvollen Einlagen stets für gute Laune sorgte. Trotz des dichten Gewimmels schafften wir es, uns nicht aus den Augen zu verlieren.

Hin- und wieder kam es zu Staus, aber von eventuellen Unfällen war nichts zu hören - Gott sei Dank! Wir schafften es auch, trotz des dichten Gewimmels uns nicht aus den Augen zu verlieren. Allerdings wurde die Zeit knapp (es ging auf 22:00 Uhr zu). Als wir wieder in Richtung Innenstadt fuhren und die Fuldabrücke passierten, gab es eine schnelle Übereinkunft: Anstatt mit dem Korso bis zum Endpunkt am Friedrichsplatz zu fahren, setzten wir uns ab und fuhren dann - angeführt von Ulrich und Lothar - geradeaus weiter auf der Kurt-Schumacher-Straße und bogen am Lutherplatz in die Werner-Hilpert-Straße ein zum Hauptbahnhof, um noch den Regionalexpress zu erreichen, der um 22:23 Uhr abfahren sollte.

Alles in allem waren wir sehr zufrieden mit diesem tollen Erlebnis - nicht zuletzt, weil alles so reibungslos lief und das Wetter mitspielte. Es ist gedacht, auch in 2016 wieder zur Rad-Nacht nach Kassel fahren zu wollen.

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