Wie von Geisterhand beflügelt radelt Karin Neumann eine Runde ums Brüderhaus in Hephata. „Ich bin voll begeistert“, kommentierte die 70-jährige nach ihrer ersten Fahrt mit einem Elektrofahrrad freudestrahlend. „Die E-Zukunft hat Pedale“ hieß das Motto, unter dem das Evangelische Forum Schwalm-Eder ins Diakoniezentrum nach Schwalmstadt eingeladen hatte, um dort über den Einsatz dieser modernen Drahtesel im alltäglichen Gebrauch zu informieren.

Ulrich Koester am 21/10/2012 | Kategorie: Lokales, Nachrichten, Schwalm-Eder-Kreis

E-Bike als Alternative zum Dienstwagen: Schwalmstadts neuer Bürgermeister Dr. Gerald Näser probiert bei Christian Wetzel zum ersten Mal ein Elektro-Fahrrad aus und ist sichtlich begeistert (© Ulrich Koester/Schwaelmer Bote)

E-Bike als Alternative zum Dienstwagen: Schwalmstadts neuer Bürgermeister Dr. Gerald Näser probiert bei Christian Wetzel zum ersten Mal ein Elektro-Fahrrad aus und ist sichtlich begeistert. Foto: Köster

Schwalmstadt. Wie von Geisterhand beflügelt radelt Karin Neumann eine Runde ums Brüderhaus in Hephata. „Ich bin voll begeistert“, kommentierte die 70-jährige nach ihrer ersten Fahrt mit einem Elektrofahrrad freudestrahlend.

„Die E-Zukunft hat Pedale“ hieß das Motto, unter dem das Evangelische Forum Schwalm-Eder ins Diakoniezentrum nach Schwalmstadt eingeladen hatte, um dort über den Einsatz dieser modernen Drahtesel im alltäglichen Gebrauch zu informieren.

Gemeinsam mit der Leader-Region Schwalm-Aue und dem ADFC Schwalmstadt ging es um die Frage: „Sind Elektro-Fahrräder für Kurz- und Mittelstrecken eine attraktive Alternative zum Auto und eine Lösung, um die Lücken des öffentlichen Nahverkehrs zu schließen?“.

Facebook-LogoBevor ein Impulsvortrag eine Diskussionsrunde einleitete, stand jedoch erst einmal der Praxistest an. Die örtlichen Zweiradhändler, CM Motorradzubehör, Fischi’s Bike Box und Freddy’s-2Rad-Shop, sowie der Energieversorger Eon-Mitte, stellten zahlreiche Modelle unterschiedlicher Bauart und Preisklassen für eine Probefahrt zur Verfügung. Viele Besucher setzten sich an diesem Abend zum ersten Mal auf den Sattel eines solchen Gefährts und waren von dem ungewohnten Fahrgefühl positiv überrascht.

„Elektromobilität ist noch etwas unbekanntes“, erklärte Pfarrer Dierk Glitzenhirn, „das Image geht aber mehr und mehr weg vom Elektrorollstuhl“, so der Moderator dieses Abends weiter.

„E-Bikes gibt es seit 20 Jahren, aber erst in letzter Zeit ist das Interesse enorm gestiegen“, berichtete Norbert Sanden, Geschäftsführer des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) Hessen, und zeigte anhand von Statistiken das veränderte Fahrverhalten der Menschen. „Sie eignen sich als Ergänzung zum Pkw und sogar als Ersatz für den Zweitwagen“, erläuterte der Fachmann vor etwa 40 Zuhörern. Dazu sei allerdings eine geeignete Infrastruktur von Nöten, für deren Umsetzung er vielerorts den politischen Willen der Kommunen vermisse, so der Referent weiter.

„Radwege werden derzeit überwiegend aus touristischer Sicht errichtet und nicht für den Alltag“, bemängelte ein Zuschauer und ein weiterer sah in den unzureichenden Abstellmöglichkeiten sowohl vor öffentlichen Gebäuden, als auch vor Geschäften ein Problem.

Die Diskussion förderte noch zahlreiche Vorschläge aus der Praxis zu Tage und führte den frisch ernannten Radverkehrsbeauftragten der Stadt Schwalmstadt, Ulrich Wüstenhagen, zur abschließenden Erkenntnis: “Wir müssen die Radfahr-Lobby stärken und das Wissen in den Verwaltungen erhöhen“.

kö/ Foto: Köster

Quelle

© Schwälmer Bote, 21. Oktober 2012 (inzwischen offline)
Vielen Dank für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.