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Rennräder und MTBs verfügen in der Regel über keinen Gepäckträger. Mit dem „Ottmar“ geht ein neuartiger Träger in die Produktion, an dem eine Fahrradtasche befestigt werden kann, mit der man mittelschweres Gepäck transportiert werden kann. Ich habe den Gepäckträger in den letzten Wochen mit meinem Speedbike und meinem MTB ausgiebig getestet.

Während Tourenräder in aller Regel mit einem Gepäckträger ausgestattet ist, der am Rahmen befestigt wird und auch schwerere Lasten trägt, gab es bislang für MTBs oder Rennräder wenig geeignete Lösungen fürs mittelschwere Gepäck. Diese Lücke will der Ottmar schließen.

Verarbeitung und Montage

Der Träger wird in einem Karton umweltfreundlich geliefert und besteht aus wenigen Einzelteilen: Dem Grundträger, einem Bügel zum Einhängen der Tasche und zwei Adapter-Hülsen für unterschiedliche Durchmesser am Sattelrohr. Die Hülsen bestehen aus Kunststoff und werden auf dem 3-D-Drucker hergestellt. Sie können auf Nachfrage auch für andere Durchmesser bestellt werden. Dazu kommen vier Befestigungsschrauben, alle mit M5-Gewinde. Das Ganze wiegt etwa 900 Gramm.

Die Materialien sehen nicht nur gut aus: Die Grundplatte aus CNC-gefrästem Aluminium und der Bügel aus rostfreiem Edelstahl wirken auch wertig und stabil.

Die Montage hinter dem Sattel ist einfach. Zur Montage muss man das Sattelrohr nicht herausziehen. Es reicht, wenn man die Hülse leicht aufbiegt und um das Rohr legt. Dann lässt sich das Grundelement darum legen und festschrauben. Je nach Sattel-Geometrie ist es günstig, den Bügel vor dem Festschrauben in das Befestigungselement zu stecken, sonst könnte hinterher der Sattel im Weg sein. Zu beachten ist, dass die Inbus-Schrauben mit einem Drehmoment von 5 Nanometern angezogen werden. So montiert sitzt alles fest.

Verwendung

Der im nordhessischen Homberg-Berge hergestellte Träger nimmt beispielsweise eine Fahrrad-Tasche wie die Back- oder Frontroller von Ortlieb oder die Aqua-Taschen von Vaude sowie weitere Fahrradtaschen mit Standardmaßen auf.

Die Tasche wird mit den beiden oberen Befestigungshaken am Bügel des Trägers eingehängt. Die Befestigungshaken sollten so weit wie möglich auseinandergezogen werden. Dazu kann man den unteren Ankerhaken weiter unten einhängen. Eventuell ist es sinnvoll, einen zweiten Ankerhaken zu verrwenden. Richtig befestigt bewegt sich nichts, auch nicht auf holprigen Wegen – das Fahrgefühl wird nicht beeinträchtigt, da im Gegensatz zu manch anderem Träger nichts schaukelt. Beim Fahren merkt man kaum, dass am Rad ein Gepäckträger hängt, höchstens das zusätzliche Gewicht, wenn man schwer geladen hat. Die maximal zulässige Zuladung liegt bei neun Kilogramm. Das reicht für eine (längere) Tagestour vollkommen aus, um Verpflegung, Bekleidung und ein Reparaturset mitzunehmen.

Der Bügel hängt quer zur Fahrtrichtung. Daher dreht sich im Gegensatz zu anderen Lösungen der Träger nicht um das Sattelrohr, die Satteltasche kann somit nicht ins Hinterrad geraten.

Weil der Träger mit der Tasche hinter dem Fahrer hängt, verursacht er kaum zusätzlichen Luftwiederstand. Die Tasche lässt sich einfach beladen.

Beurteilung und Preis

Der „Ottmar“ ist keine eierlegende Wollmilchsau. Er ist nicht geeignet für die Mehrtagestour mit Übernachtung und Ausrüstung für den Zeltplatz. Er bietet aber eine komfortable Lösung für die Tagestour, wenn am Rad kein Gepäckträger dauerhaft befestigt ist. Er ist schnell montiert und kann leicht demontiert werden. Durch die Adapterhülse wird das Sattelrohr nicht beschädigt.

Der Ottmar kostet zum Einführungspreis 69 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Damit ist er nicht ganz billig, bietet aber gute Qualität, was das Design und das Material und nicht zuletzt die Funktionalität angeht. Er ist seinen Preis wert. Zusätzlich zum Träger wird noch eine Tasche benötigt, die aber die meisten Radfahrer sowieso im Regal liegen haben.

Weitere Informationen

Hinweis

Der Autor hat keinerlei persönliche oder geschäftliche Beziehung zum Konstrukteur oder Hersteller.

 

 

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